Electronic Arts‘ Ambitionen zur Best Company in America 2014

Electronic Arts zeigt klare Absichten für das Jahr 2014, wenn Executive Vice President Patrick Söderlund verkündet, dass das Unternehmen nächstes Jahr zur Best Company in America gewählt werden will.

Das Jahresende rückt näher und manche fangen schon sehr früh mit den guten Vorsätzen an, Besonders wenn das zurückliegende Jahr so viel Raum zur Verbesserung offenlässt.

Nie wieder Worst Company in America?

Electronic Arts hat sich in den letzten zwei Jahren in Gamerkreisen und der medialen Öffentlichkeit keine gute Figur gemacht. Zwei Jahre in Folge wurde der Publisher und Entwickler bei einer Umfrage des Verbraucherblogs The Consumerist zur Worst Company in America gewählt. Dabei stellte EA solche berüchtigten Großkonzerne wie AT&T, Walmart, Monsanto und Bank of America in den Schatten und ging mit der Situation so schlecht um wie die „Fans“ des Unternehmens. In öffentlichen Äußerungen wertete die Chefetage von Electronic Arts den Hass der Gamingszene als kindisch und lächerlich, aber ließ sich trotzdessen vergleichbare Anfeindungen nicht nehmen.

Jetzt, in den letzten Zügen von 2013 und der anhaltenden Pechsträhne mit Gamern und Verbrauchern, scheint EA reumütig und nachdenklich zu werden. In einem Interview mit MCV lässt Patrick Söderlund, Executive Vice President von EA, das Thema „Worst Company in America“ erneut aufleben und gibt einige Einsichten des Publishers preis. Das Unternehmen ist weiterhin nicht der Meinung, dass der fragwürdige Titel für EA Berechtigung hat, doch er sieht ein, dass solche Aversion von Verbrauchern, insbesondere Gamern, einen Grund haben muss. Zwar lässt sich am Debakel um das Ende von Mass Effect 3 nicht mehr viel retten, doch Söderlund gelobt für EA Besserung im Bezug auf Praktiken, die in den letzten Jahren immer wieder als verbraucher- und kundenfeindlich dastanden. Im ersten Schritt soll die DRM-Methode Online Pass in diesem Bestreben aus Spielen von EA verschwinden. 2014 hat Electronic Arts laut Söderlund die Absicht nicht mehr die Worst Company, sondern die Best Company in America zu werden.

Was haben Gamer von Electronic Arts‘ guten Vorsätzen?

Bei der späten Reue und nachdenklichen Worten aus der Chefetage von EA stellt sich die Frage, was Gamer tatsächlich von den warmen Worten haben. Das Stichwort Online Pass ist der erste Schritt auf einem steinigen Weg, an dessen Ende der große Publisher vielleicht wieder nicht ganz so sehr als ‚anti-consumer‘ in der Kreide steht. Die Schutzmethode, um gebrauchte Spiele nur gegen Gebühr für Multiplayer freizuschalten, entstand als Offensive gegen Spieleläden wie Gamestop, doch schadete hauptsächlich dem Ruf des Publishers.

Etwas über diese erste Veränderung hinausgedacht, bedeutet der gute Vorsatz von EA, das die öffentliche Stimme von Gamern nicht nur sinnloses Gejammer im Internet sind. Sie können einen gigantisches Unternehmen wie Electronic Arts in puncto Publicity so hart treffen, dass dieses bereit ist bei seinen Profiten zugunsten der öffentlichen Meinung zurückzustecken. Wenn dieser Trend um sich greift dann gibt es vielleicht auch noch Hoffnung für Day-One-DLC und andere kundenfeindliche Geschäftsmodelle.