Killerspiele-Verbot – sinnvoll oder Polemik? – Ein Kommentar

Nach dem Amoklauf in Winnenden überschlagen sich wieder einmal die Politiker mit Vorschlägen zum Thema „Killerspiele„. Allein die Begriffswahl erscheint schon voreingenommen, und wenn dann ein landauf, landab als notorischer Computerspiele-Kritiker bekannter Christian Pfeiffer als Experte durch die Massenmedien gereicht wird, dürfte wohl so manch einem eigentlich friedliebenden Gamer der Kragen platzen.Menschen, die gerne eine eindimensionale Verantwortung zuweisen wollen, kommen immer wieder leicht auf die Schuldfrage von Computerspielen in Fällen wie dem aktuellen Amoklauf zurück. Doch an welchem Ende wird dort angesetzt? Sicherlich nicht an der Ursache bzw. der Basis des Problems. Computerspiele können sicherlich die Aggressionen steigern, sollten diese bereits in gewissem Maße vorhanden sein. Bei jedem geplanten Gewaltakt wird man Motivationshilfen bzw. Objekte, die als solche dienen können, finden – z.B. Pornos bei Vergewaltigern oder ähnliches.

Wer nicht fähig ist, sich mit den Reizen seiner Umwelt auseinanderzusetzen, braucht Hilfe aus seinem sozialen Umfeld. Das sind vor allem Eltern, Freunde, Kollegen, Lehrer. Diese sollten als Teil der Gesellschaft Verantwortung übernehmen, um Menschen zu helfen, die drohen, psychisch in Bedrängnis zu geraten.

Die Auseinandersetzung mit den Extremen im Leben wird nie aufhören. So gehören TV-Krimis, die nicht frei von Gewalt sein können, genauso dazu wie vieles andere, das uns umgibt.

Nimmt man als Beispiel einen Tatort-Krimi, der auch nicht ohne Leiche auskommen kann, mag manch ein gewiefter Politiker sagen: „Ja, aber bei Computerspielen wird man ja selbst Teil der Handlung und nicht nur Zuschauer wie beim Film.“

Sollte man deswegen dann Schauspielern verbieten, einen Mörder zu spielen, weil sie sich vielleicht zu sehr in die Rolle vertiefen? Jeder erwachsene Mensch (dafür sind die Altersvorgaben bei Computerspielen da), sollte selbst entscheiden können, in welche Rollen er sich hineinversetzen möchte – sei es zur Unterhaltung oder zur Schärfung der Sinne. Wer Computerspiele verbieten will, hat somit den Sinn von Kunst und Kultur nicht verstanden. Es geht nicht immer nur um die schönen Dinge im Leben – weder auf der Bühne noch am Monitor. Die am lautesten schreien, sind meistens die ersten, die z.B. am liebsten alternative Jugendclubs zum Wohle kommerzieller Neubauten schließen würden – Hauptsache, die Fassade glänzt wieder.

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