Microsoft streicht DRM und Always Online für die Xbox One

Seit der Ankündigung im Mai stand die Xbox One im schlechten Licht. Nun muss die Konsole nicht mehr alle 24 Stunden online gehen & hat keinen DRM für gebrauchte Spiele.

Der schlechte Start der Xbox One

Seit der Ankündigung der Xbox One war die Gaming-Medien und Spielerschaft alles andere als gut auf die neue Konsole von Microsoft zu sprechen. Bei ihrer Enthüllung im Mai gab das Unternehmen bekannt, dass die neue Xbox einen dauerhaften Onlinestatus benötigt, um zu funktionieren, und Spiele fest an einen Xbox-Live-Account bindet, sodass sie nur gegen Gebühr weitergegeben werden können. Seitdem hat sich einiges an den DRM-Plänen der Xbox One näher geklärt. Der Onlinestatus ist eine Synchronisation alle 24 Stunden, die rein digitale Inhalte überprüft. Die Restriktion für den Verkauf gebrauchter Spiele ist mit einer Gebühr verbunden, die über die Xbox One festgelegt ist. Allerdings kann jeder Besitzer an 10 andere Spieler von seiner Freundesliste verleihen ohne davon irgendwelche Nachteile zu haben. Beim System der neuen Xbox plante Microsoft viele Prozesse über die Cloud abzuwickeln und die Konsole damit digitaler zu machen. Das DRM stand mit diesen Plänen in unmittelbarer Verbindung.

Microsoft rudert zurück

Nach der E3 verschlimmerte sich die Stimmung bezüglich der Xbox One erheblich. Sony gab auf der PS4-Pressekonferenz bekannt, dass die Konsole keine Beschränkungen für den Onlinestatus oder gebrauchte Spiele verwenden würde. Microsoft war vernichtend geschlagen und die Statistiken zum Kaufinteresse an der Xbox One nahmen eine noch schlimmere Wendung als zuvor. Wenige Tage nach den E3 trat Don Mattrick im Namen von Microsoft an die Öffentlichkeit und nahm einen Großteil er Vorankündigungen zur Xbox One zurück. Die neue Xbox soll nun keinen DRM für gebrauchte Spiele mehr verwenden und muss nur beim ersten Einrichten zum Internet verbinden. Danach ist eine Internetverbindung nur noch für Onlinegaming nötig. Spiele können frei verliehen oder verkauft werden. Diese Veränderung ist ein großer Schritt weg von den bisherigen Plänen von Microsoft und als reine Reaktion auf die schlechte Presse und Resonanz zu betrachten. Laut eigener Aussage von Microsoft hat das Unternehmen auf das Feedback seiner Kunden zur neuen Xbox gehört und entsprechend darauf reagiert. Mit der Abschaffung von DRM und Onlinestatus müssen allerdings auch einige andere Features der Xbox One weichen.

Eine andere Konsole

Es wurde bei der Bekanntgabe von Microsoft schnell klar, dass es sich nicht um einfache Änderungen an der neuen Xbox handelt. Der geplante DRM und Onlinestatus war ein fester Bestandteil des Cloudgamings und der digitalen Distribution, die Microsoft für die Xbox One vorsah. Spiele lassen sich nun nicht mehr nach dem ersten Einlegen ins Laufwerk frei über die Cloud spielen, sondern benötigen den physikalischen Datenträger wie bisher. Durch die Abschaffung von DRM und entsprechenden Restriktionen ist es auch nicht mehr möglich Spiele mit 10 Freunden zu teilen. Von vielen wird nun befürchtet, dass die Veränderungen einen technologischen Stillstand auslösen könnten.