Point and Click: Randal’s Monday bringt das klassische Feeling zurück

Die comic-artige 2D-Grafik von Randal’s Monday erinnert auf den ersten Blick an „The Day of the Tentacle“, dem Nachfolger des Klassikers „Maniac Mansion“.

Die große Zeit der Point-and-Click-Adventures waren die 90er Jahre. Die Ansprüche an die Grafik wurden größer und man hatte das Genre satt. Jetzt erwacht das Interesse wieder. Maniac Mansion, die Urmutter des Genres von 1987, feiert als Freeware-Version ein Comeback, obwohl die Grafik jenseits aller heutigen Ansprüche war.

Die originelle Story und der urige Humor sind angesichts ideenloser 3D-Action wieder etwas Besonderes. Hier setzt auch „Randal’s Monday“ an.

Randal’s Zeitschleife

Die Story beginnt mit Matt und Sallys feuchtfröhlicher Verlobungspartie an einem Sonntag. Randal Hicks ist der soziopathische, kleptomanische Freund des Paares. Und er ist ein schlechter Freund. Am nächsten Morgen wacht Randal verkatert in seiner heruntergekommenen Bruchbude auf. Irgendwie muss Matts Portemonnaie in Randals Tasche geraten sein und damit auch der darin befindliche Verlobungsring. Da Randal sich selbst der Nächste ist tauscht er den Ring lieber gegen Bares um.

Sein sensibler Freund Matt bringt sich daraufhin unangenehmerweise um. Das wäre jetzt einfach nur Pech, aber zu Randals Ärger lastet auf dem Ring ein Fluch. Randal muss feststellen, dass er in einer Zeitschleife feststeckt und diesen grausamen Tag immer wieder erleben muss. So beschließt Randal alles zu tun, um die Sache wieder hinzubiegen. Das bedeutet Gefängnis und die Zerstörung der Menschheit, er muss wütende Cops, einfache Kriminelle, dumme Kinder und inkompetente Ticketverkäufer ertragen und begegnet einem Priester in Rente und einem sprechenden Skelett.

Handgemachter Humor

Das Indie-Game stammt von den kleinen Nexus-Studios in Spanien. Die Grafiken sind allesamt noch handgemalt und das Spielprinzip funktioniert genauso wie in guten alten Zeiten. Per Point-and-Click führt man Gespräche mit Personen, öffnet und schließt Türen und sammelt verschiedene Objekte. Oft sind schwierige Rätsel zu lösen, wobei die Kombination von Gegenständen manchmal zur Lösung führt. Ganz klar ist „Randal’s Monday“ ein Spiel von Fans für Fans des Genres.

Zahlreiche Anspielungen auf die gesamte Pop- und Geekkultur der letzten Jahrzehnte versprechen viel Humor, mal niveauvoll, mal einfach albern. Neben der „Day of the Tentacle“-Grafik und dem „Und täglich grüßt das Murmeltier“-Plot gibt es Anspielungen aus allem, von „Star Wars“ bis zur „Big Bang Theory“. Das Script habe der Nachbar eines Freundes des Friseurs des Fantasy-Schriftstellers Terry Pratchett geschrieben, lassen die Nexus Game Studios wissen. Die erste Version soll Mitte 2014 in englischer Version erscheinen, eine deutsche Version ist aber ebenfalls geplant.

Kreativität statt Hollywood

Klar richtet sich „Randal’s Monday“ in erster Linie an die alten Fans des Genres Point-and-Click-Adventures. Aber angesichts der Rieseninvestitionen wie GTA 5 hätte keine kleine Produktionsfirma überhaupt eine Chance. Hier wird auf Charme und Witz gesetzt und die Neuauflage alter Klassiker verspricht auch diesen Newcomern eine Chance. Das alte 2D-Adventure mit viel Esprit und Humor ist nicht out, sondern einfach eine andere Erzählvariante. In ihrer eigenen Art wird sie stets neue Player begeistern, selbst wenn technisch weitaus mehr möglich ist. Aber Technik ist eben nicht alles.