Red Dead Redemption Test (PS3, Xbox 360): GTA 4 mit dem Lasso eingefangen

Screen: Rockstar
Screen: Rockstar

Grand Theft Auto in den Wilden Westen transferiert – klingt wie der feuchte Traum so manch eines Konsolen-Pistoleros. Und Rockstar hat weder Kosten noch Mühen gescheut und jenen in ein Spiel übersetzt: Red Dead Redemption.

War der Vorgänger Red Dead Revolver auf der PS2 noch ein netter, aber nicht sonderlich aufregender Thrid Person-Shooter ohne allzu großen Bewegungsspielraum, so macht Red Dead Redemption alles besser – wie es der Stand der Technik hergibt und man es nach den Lobgesängen auf GTA 4 und die Episodes From Liberty City erwarten durfte.

Als Westernheld bzw. Antiheld John Marston stürzt sich der Spieler von einem Auftrag in den nächsten, was natürlich in etlichen Schießereien mündet, bei denen man mal auf dieser, mal auf jener Seite steht, je nachdem, wo die Hintergrundstory gerade hinführt. Am Rande können abwechslungsreiche Nebenaufgaben erledigt werden, was vom Kräutersammeln, übers Pokern bis zum Häuten wilder Tiere reicht (was nicht eben unblutig ist). Und unterwegs ist man natürlich vorzugsweise per Pferd.

Den Hauptunterschied zu GTA 4 stellt das Setting dar, was natürlich ein gänzlich andere Stimmung erzeugt als die urbanen Gangsterballaden. Zudem ist die Sandbox-Welt detaillierter und weiter als man es bisher von Spielen dieser Art kannte. Der Umfang von Red Dead Redemption fällt hingegen mit rund 20 Stunden deutlich geringer aus als der von GTA 4. Kein Problem, laut Eurogamer-Test, denn dadurch werde es niemals langatmig.

Und wieso sollte man Red Dead Redemption kaufen? Ist es nicht nur ein weiterer GTA-Klon? Die Tester von Gamezone beschreiben den Fortschritt als Perfektionierung statt Revolutionierung. Wie da ein nächstes GTA aussehen könne, sei kaum vorszustellen. Immerhin wurde die ohnehin gut Rage-Grafikengine noch einmal verfeinert, „mindestens eine halbe Generation weiter“, wie Eurogamer es einschätzt. Lob erntet übrigens auch der Multiplayer-Modus, der auch westerntypische Bandbildung ermöglicht – was sich freilich erst noch in der Praxis erweisen muss.

Die genannten RDR-Tests vergeben Wertungen im Bereich 95-100%. Und schaut man sich die gesammelten Reviews bei Metacritic an, so kommt auch dort eine 95%-Wertung heraus, sowohl auf PS3 als auch Xbox 360. Viel mehr kann man kaum erwarten. Das einstmals Undenkbare scheint Wirklichkeit geworden zu sein: GTA 4 wurde nochmals übertroffen.