Spioniert Pokemon-Go die User aus?

Pokemon-Go ist in aller Munde, doch werden die Daten der Spieler auch ausreichend geschützt? Ein Minister aus Russland macht sich Sorgen.

Nintendo zieht Bilanz

Trotz aller Freudensprünge, die so mancher Vorstand zunächst bei Nintendo machte, als die Pokemon-App auf vielen Smartphones rund um den Globus ihren Siegeszug antrat und für Rekorde in Sachen Nutzerzahlen sorgte, sieht die aktuelle Bilanz des japanischen Unternehmens alles andere als rosig aus. Seit fünf Jahren muss Nintendo nun das wohl denkbar schlechteste Ergebnis in Sachen Umsatz bekannt geben, dass sich vor allem auf die negativen Verkaufszahlen der WII-U zu stützen weiß. Auch die bereits in Vorproduktion befindliche neue Konsole, der Nintendo-NX, sorgten für das ernüchternde Zahlendrama, dass selbst Pokemon-Go nicht aufzuwiegen wusste. Und überhaupt scheint nach anfänglicher Euphorie, die App nicht nur für Begeisterung zu sorgen.

Die neue Pokemon-Go App sorgt für Furore

So war es für Nintendo zunächst fraglich, ob und wie Umsätze generiert werden könnten und wie lange der Hype um die kleinen Monster sowie die damit verbundene Suche tatsächlich anzuhalten sein könnte. Bekanntlich werfen große Ereignisse ihre Schatten voraus oder scharen zumindest einen ebenso unliebsamen Schwanz an Neidern hinter sich her. Je größer der Erfolg, desto mehr Menschen treten auf den Plan und finden Haare in der Suppe. Erste Unfallmeldungen von unachtsamen Spielern rollten zeitgleich mit den Hype-Meldungen spielsüchtiger Pokemon-Jäger durch die Medienlandschaft. Selbst Verbraucherschützer richteten ihre Augen auf die Geschäftspolitik Nintendos neuesten Geniestreiches. Zu Recht? Dass die Datenschutzerklärungen von Pokemon-Go alles andere als aufschlussreich sind und prinzipiell Tür und Tor für so manch paranoide Verschwörungstheorie öffnen, muss leider bestätigt werden.

Spionage aus den USA?

Die Frage ist, ob es dem Super-Mario Konzern ernsthaft daran gelegen ist, die Nutzer auszuspionieren oder stattdessen nur darum geht, unkomplizierte Strukturen für mögliche Updates zu schaffen. Hier treffen sicherlich mehr Fragen als Antworten aufeinander. Grund genug für Nikolai Nikiforov, seines Zeichens russischer Minister, gar eine Absicht der USA hinter dem Erfolg der Pokemon-Go App zu sehen und diese der Spionage durch eben jenes Spiel zu bezichtigen. Seiner Meinung nach sammelt das Spiel unentwegt Daten, angefangen von Fotos bis Lokalisierungen, die still und heimlich an die USA übertragen werden könnten. Vorsicht sollte sicherlich geboten werden, denn die Realität zeigt deutlich, wie schnell Nutzer ihre Umgebung vergessen können und neben dem Spielgeschehen nicht mehr auf die Straße schauen. Letztlich ist niemand gezwungen das Spiel zu nutzen und kann sich immer noch entscheiden, ob er auf die Jagd nach den erfolgreichen „Taschenmonstern“ gehen möchte.